[FR Francais] [Übersetzungsvorlage] [Wie helfen?] [Papierfassung] [Addenda]

Google
Logikpatente > Akteure > DE 2001/04 UnivPat
BMBFFraunhofer

Pläne für Hochschulpatentgesetze

Durch ein im Eilverfahren zu verabschiedenes "Gesetz zur Förderung des Patentwesens an den Hochschulen" (kurz: Patentfabrikengesetz) und ein dazugehöriges "Gesetz zur Änderung des Gesetzes über Arbeitnehmererfindungen" (kurz: Denkknechtegesetz) soll das Recht des Hochschullehrers, seine Forschungsergebnisse im Geiste der Ethik eines Benjamin Franklin der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, restlos abgeschafft werden. Der Hochschullehrer wird verpflichtet, alles, was möglicherweise patentrechtlich verwertbar sein könnte, der Patentverwaltung seiner Hochschule zu melden, bevor er darüber schreibt. Die Patentverwaltung, die mit staatlicher Anschubfinanzierung bis ca 2003 aufgebaut werden soll, verfügt dann über alles "geistige Eigentum". Die Einwilligung der Professoren in ihren Verlust an Freiheit und Würde wird ihnen durch Vorteilsgewährung versüßt: sie erhalten 30% der erwirtschafteten Einnahmen. Staatlich verfasste Hochschulen tragen das unternehmerische Risiko der Patentverwertung, während Professoren mit etwas Geschick noch immer ohne weiteres die wirklich interessanten Erfindungen an der Patentbürokratie vorbei privat verwerten können. Wo früher die patentrechtliche Verwertung eine Privatangelegenheit und eine Abweichung von den Normen Wissenschaftskultur (schnelles Veröffentlichen, unbehinderte Kommunikation) war, droht in Zukunft die Wissenschaftskultur selber den Verwertungszwängen des Patentwesens untergeordnet zu werden. Die Trennung zwischen öffentlich geförderter Grundlagenforschung und patentgeförderter Anwendungsentwicklung wird zum Schaden beider Sphären verwischt.
Ralf Schwöbel, Vorstand der Intradat AG, erklärt aus gegebenen Anlass:
Die staatliche Subvention von Instituten die mit Software-Patenten das Wachstum kleiner und mittelstaendiger Unternehmen gefaehrden, indem diese Patente spaeter auf sogenannte 'Spin-offs' mit wirtschaftlicher Ausrichtung uebertragen, darf nicht Ziel der Wirtschaftspolitik sein. Ein Verhalten deutscher Forschungsinstitute nach Vorbild des MIT ist aus unserer Sicht nicht wuenscheswert. Patente sollen Mittel zur Sicherung des geistigen Eigentums sein und wenn Software-Patente schon gebilligt werden sollen, dann bitte doch auch nur fuer Unternehmen, die diese in einen wirtschaftlichen Erfolg umsetzen und nicht fuer Forschungsinstitute, die volkswirtschaftlich foerdern und nicht eine aktive Rolle im Markt uebernehmen sollen.
[ Die Hochschul-Patentbewegung | Die Fraunhofer-Gesellschaft als Bastion der Patentbewegung ]
Gültiges HTML 4.01!
http://swpat.ffii.de/akteure/n014/index.de.html
© 2004/04/10 Arbeitsgruppe
deutsche Version 2003/11/29 von PILCH Hartmut