Die in Schweden ansässige Software-Unterneherin und -Investorin Laura Creighton kommentiert:
Arlene McCarthy und ihre Verbündete haben wiederholt erklärt, dass unter der von ihnen vorgeschlagenen EPA-Doktrin eine Patenterteilung für Amazons One-Click-Verfahren "undenkbar" oder "höchst unwahrscheinlich" wäre. Ich habe sie immer wieder gefragt: "Wenn Sie ehrlich wünschen, dass Geschäftsmethoden nicht patentierbar sein sollen, dann bitte ich Sie, mir zu zeigen, wo in Ihrem Gesetz die Zähne sind, die das verhindern!" Sie haben sich aber durchweg geweigert, mir zu erklären, was ihrem Vorschlag diese Zähne verleiht.
Der FFII-Vorsitzende Hartmut Pilch erklärt:
Dieses Patent wurde nach jahrlanger ausgiebiger Prüfung des Standes der Technik erteilt. Man hätte angesichts des von Amazon weltweit verursachten Skandals vermuten können, dass das EPA sich bemühen würde, es wegen "Fehlen eines technischen Beitrags im erfinderischen Schritt" zurückzuweisen. Für einen Freund ein Geschenk zu bestellen ist ja kaum etwas neues, und der Hauptanspruch lehrt noch nicht einmal eine Methode zur Einsparung hierzu benötigter Mausklicks, sondern verbietet schlechthin jede automatisierte Lieferung von Geschenken. Hierbei zeigt sich überdeutlich, was wir
anderswo ausführlich nachweisen: Gemäß dem McCarthy-Richtlinienvorschlag müssen Algorithmen und Geschäftsmethoden wie Amazon One Click Shopping in Europa selbstverständlich als patentfähige Erfindungen gelten, und das Erfordernis eines "technischen Beitrags im erfinderischen Schritt" stellt kein ernsthaftes Hindernis dar.
Der FFII ist ein in München eingetragener gemeinnütziger Verein für Volksbildung im Bereich der Datenverarbeitung. Der FFII unterstützt die Entwicklung öffentlicher Informationsgüter auf grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards. Über 300 Mitglieder, 700 Firmen und 50.000 Unterstützer haben den FFII mit der Vertretung ihre Interessen im Bereich der Gesetzgebung zu Software-Eigentumsrechten beauftragt.